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    Elektrische und magnetische Wechselfelder im Terrarium

    Ein Bericht von Marcel Gerber

     

    Vor einiger Zeit besuchte ich eine Vorlesung zum Thema Elektrosmog. Der dort anwesende Referent beschäftigte sich seit vielen Jahren mit diesem Thema. Auf Grund seiner Erfahrung viel es ihm nicht schwer seine Zuhörer, anhand zahlloser Fallbeispiele und überzeugenden Argumenten, für sich zu gewinnen. Ich würde mich als ein eher skeptischer Mensch beurteilen und hielt die Thematik bis zu diesem Tag für völlig überzogen. Allerdings kam ich durch meine nachfolgenden Recherchen schnell zu dem Ergebnis, dass die Problematik Elektrosmog weit aus mehr Aufmerksamkeit verdient.

    Somit entschloss ich mich der Sache auf den Grund zu gehen. Durch einen engen Bekannten war es mir möglich dem Forschungskreis für Geobiologie Dr.Hartmann in Heidelberg beizutreten. Die dort durchgeführten Seminare und Schulungen brachten mich sehr viel weiter und ermöglichen mir unter anderem eine genaue Einschätzung der evntl. vorliegenden Belastungen. Weiterhin wurde ich befähigt Gesundheitsrisiken durch diverse Strahlung einzuschätzen. Um nicht von Thema abzuweichen sollte hier besser nicht weiter auf eine gesundheitliche Gefährdung des Menschen eingegangen werden. Vielmehr geht es mir an der Stelle um eine mögliche Beeinträchtigung unsere Reptilien im Terrarium. 

    Der Begriff Elektrosmog setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, welche ich hier kurz näher beschreiben möchte.

    Die elektromagnetische Felder
    Elektromagnetische Strahlung oder auch hochfrequente Strahlung unterscheidet sich in der Länge der Amplitude bzw. in der Anzahl pro Zeiteinheit.

    Ab einer bestimmten Frequenz ist es nicht mehr möglich das elektrische und magnetische Wechselfeld getrennt voneinander Messtechnisch war zu nehmen.

    Die biologische Wirkweise von elektromagnetischen Felder hängt stark von deren Frequenz ab. Hochfrequente Felder unter 1 MHz wirken vor allem durch ihre dadurch induzierten Ströme, was bei hoher Intensität zu starken Muskelkontraktionen führen kann. Ab 1 Mhz bis 10 GHz können die Strahlen in den Körper eindringen und diesen um mehr als 4 Grad erwärmen. Dieser Effekt ist durch in Schwingung geratene Moleküle zu erklären. Steigt die Frequenz weiter nimmt das Eindringvermögen der Strahlung zunehmend ab. Man spricht hier vom Skin-Effekt.

    Hochfrequente Felder entstehen durch Mikrowellen, Handys, Sendemasten u.ä.
    Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht weiter darauf eingehen, da es unsere Terrarientiere weniger betrifft.

    Die elektrischen Wechselfelder
    Elektrische Wechselfelder entstehen unabhängig davon wie viel Strom(A) fließt. Die Höhe der gemessenen Belastung (V/m) richtet sich nach der Spannung. Weiterhin sind einige andere Faktoren ausschlaggebend.

    Der Abstand
    Je größer der Abstand zu einem stromführenden Teil, umso geringer die Belastung. Weist die Luft eine hohe Feuchtigkeit auf erhöht sich der Halbwertsabstand.

    Die Potentialerdung
    Bekanntlich sucht sich ein Strom immer den Weg des geringsten Wiederstandes. Ströme sind immer bestrebt so schnell wie möglich an Masse bzw. Erdung zu gelangen.

    Bsp.
    Blitzeinschläge treten häufig an sehr hohen Gebäuden auf. Die negative Ladung der Wolken versucht zu der positiv geladenen Erdoberfläche zu gelangen. Somit baut ein Blitz vor seiner Entstehung einen Blitzkanal auf. Dieser sucht so einen Weg für den Blitz mit möglichst geringen Wiederstand. Die Spitze eines Kirchturms nimmt durch den Blitzschutz die Ladung der Erdoberfläche an. So schlägt ein Blitz ein, da der Draht des Blitzschutzes einen geringeren Wiederstand bildet als Luft. Ob es sich hierbei um Gleich oder Wechselspannung handelt spielt keine Rolle.

    Genauso ist es auch bei unseren elektrischen Wechselfeldern. Je besser die Erdung eines biologischen Organismus je mehr bekommt dieser an elektrischer Spannung durch die Luft ab.

    Messgröße : V/m
    Baubiologischer Grenzwert für den Mensch : 0,5 V/m

    Daraus resultiert die Möglichkeit einer Abschirmung des elektrischen Wechselfeldes.Da in einem Terrarium das elektrische Wechselfeld (e.W.) zum größten Teil von unten auf die Tiere einwirkt. Wird zwischen einer Heizmatte und dem Tier eine geerdete Alufolie gelegt, ist das e.W. komplett abgeschirmt! Vorsicht! Metall ist ein sehr guter Wärmeleiter. Brandgefahr! Ist die Heizmatte beschädigt besteht das Risiko eines Elektrischen Schlags.

    Die magnetischen Wechselfelder
    Magnetische Wechselfelder sind von der Stromstärke abhängig. Die Spannung spielt hier natürlich auch eine Rolle. Hauptauslöser dieser Felder sind Spulen.

    Messgröße: n/T
    Baubiologischer Grenzwert beim Menschen: 100 nT max. 8 h

    Überall wo das Induktionsprinzip genutzt wird ist mit sehr starken mW. zu rechnen. D.h. In Trafos, Drosseln, Zündspulen usw.. Auch hier geht die Feldstärke mit zunehmendem Abstand zurück Leider lässt sich das mW. nur sehr schwer bzw. gar nicht abschirmen. Einzig ein sehr teures Metall (Mu) schirmt dieses Feld ab. Ansonsten sind Mauern, Türen, Glas etc. nicht das geringste Hindernis. 

    Die Forschungen stehen beim Menschen noch am Anfang. Die bereits vorliegenden Ergebnisse sind leider erschreckend. Viele Menschen reagieren bereits sehr empfindlich, wenn sie einige Zeit neben einem Radiowecker o.ä. geschlafen haben. Dabei lässt sich die Dosis kaum mit der im Terrarium vergleichen. Dort verzehnfachen sich die Messwerte häufig. 

    Die biologische Wirksamkeit bei Reptilien wurde bisher kaum untersucht. Aus diesem Grund kann und darf über eine pathogene Wirkung bei Reptilien derzeit nur spekuliert werden. Bodenbewohnende Reptilien, insbesondere Schlangen liegen mit dem ganzen Körper auf der Strahlenquelle Heizmatte. Einen Abstand gibt es kaum und wird nur durch die Höhe des Bodensubstrates bestimmt. Die Tiere bekommen die Strahlung ohne Pause ab. D.h. Dauerexposition.

    Meine Beobachtungen, insbesondere bei Pythons und Grubenottern, zeigten, dass sie ein Auskühlen in Kauf nahmen um der Strahlung so weit möglich auszuweichen. So verlies u.a. mein P.regius nach Einschalten der Heizfolie diese, bevor sich eine Temperatur Aufbauten konnte. Mein Agkistrodon contortrix meidet den Aufenthalt auf der Heizmatte dauerhaft. Erst durch den Einsatz bedeutend schwächer strahlender Heizlampen konnte ich die Kupferkopfotter auf Temperatur bringen.

    Bei einigen meiner Tiere konnte ich jedoch kaum ein verändertes Verhalten feststellen. Meine 4 Elaphe gutatta störten sich nicht im geringsten an den Heizmatten. Ganz anders meine Eunectes notaeus, diese verlies ihr beheiztes Wasserbecken unmittelbar nach dem einschalten durch das Thermostat. Besonders auffällig fand ich das Verhalten meiner Thamnophis sirtalis. Diese strich jedes mal nach dem Einschalten einer Neonbeleuchtung nervös durch ihr Terrarium. Daraufhin entfernte ich die Netzdrossel aus diesem und die Schlange beruhigte sich schnell wieder.

    Durch die freundliche Zusammenarbeit in der „AG-Terraristik“, eigenständige Arbeitsgruppe des Internetportals „Reptilienboard.de“ war es möglich einige Geräte im und an den Terrarien genau auf ihre Strahlung hin zu untersuchen. 

    Die angehängte Tabelle sollte eine kleine Übersicht der Dosis in Zusammenhang zum Abstand der jeweiligen Geräte geben.

    Proband Leistung Entfernung Magn.Wechselfeld
    Heizmatte 7W direkt 180 nT
    Heizmatte 15 W direkt 250 nT
    Heizmatte 20 W direkt 650 nT
           
    Heizkabel 50 W direkt < 100 nT
    Heizkabel 25 W direkt < 100 nT
           
    Keramikstrahler 100 W direkt 2500 nT
    Keramikstrahler 100 W 14 cm 100 nT
    Keramikstrahler 100 W 10 cm 200 nT
    Keramikstrahler 150 W direkt > 10.000 nT
    Keramikstrahler 150 W 23 cm 100 nT
    Keramikstrahler 150 W 10 cm 400 nT
    Keramikstrahler 250 W direkt 10.000 nT
    Keramikstrahler 250 W 32 cm 100 nT
    Keramikstrahler 250 W 15 cm 300 nT
           
    Heizstein 20 W direkt < 100 nT
           
    BE für NL 36-38 W 25 cm >10.000 nT
    BE für NL 36-38 W 60 cm 200 nT
           
    BE für HQL 50 W 85 cm 100 nT
    BE für HQL 50 W 29 cm 2000 nT

    Verwendete Messgeräte :
    Alpha Lab
    Trie Fielt Meter USA Salt Lake City
    Fauser FM 6
    Unitec 45645 Germany ( Kapazitiver Wiederstand 50kOhm über Handsonde )
    ( Innenwiederstand unbekannt ) 

    Die Messergebnisse des elektrischen Magnetfeldes mußten undokumentiert bleiben, da der spezifische Wiederstand von Tier zu Tier auf Grund von Körpergröße, Masse unterschiedlich ist.

    Über die pathogene Wirkung kann derzeit nur spekuliert werden. Mögliche Erkrankungen können jedoch abgeleitet werden:

    • Stoffwechselstörungen durch Störung des Verdauungssystems
    • Schwächung des Immunsystems durch streßauslösende Faktoren.

    Für nähere Informationen bzw. detaillierten Forschungsaufgaben stehen ich gerne zur Verfügung.

     

    Terraristikanzeiger


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